Die zwischen 1993 und 1995 errichtete Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche an der Ungererstraße in München hat für ihre Gemeinde, die Stadt und die Ökumene eine besondere Bedeutung. Ihre Vorgeschichte beginnt bereits Anfang der 1980er Jahre – damals wurde der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde die an gleicher Stelle befindliche, 1929 nach Plänen von Richard Steidle erbaute katholische Allerseelenkirche von der Erzdiözese München und Freising zur Nutzung zur Verfügung gestellt. In die heutige Kirche, entworfen und gebaut von Robert Brannekämper sen., wurden Teile der Bestandsmauern integriert und zugleich traditionelle Bauelemente orthodoxer Kirchen mit zeitgenössischem Aussehen verbunden. Dieses Buch dokumentiert erstmals die umfangreiche Baugeschichte beider Kirchen mit bisher unpubliziertem Archivmaterial und trägt damit als proaktive Denkmalpflege zur langfristigen Erhaltung und historischen Einordnung des heutigen Bauwerks bei.
Bereichert wird das Buch durch Geleitwörter von Metropolit Augustinos von Deutschland und Kardinal Friedrich Wetter. Das Vorwort hat Prof. Andreas Putz von der TU München verfasst.
Aufgewachsen in einer Deutsch-Griechischen Familie in München bin ich in dieser gr.-orth. Gemeinde groß geworden. 2019 hatte ich die Anfrage von Erzpriester Apostolos Malamoussis erhalten, ob ich nicht eine kurze Baugeschichte der Gr.-Orth. Allerheiligenkirche aufschreiben könne für ein anstehendes Jubiläum. Aufgrund der Pandemie kam es zu der Umsetzung dieses Vorhabens vorerst nicht.
Als ich mich für den Theodor-Fischer-Preis 2022 am Zentralinstitut für Kunstgeschichte bewarb, habe ich mir gesagt: Wenn ich den Preis bekommen sollte, dann widme ich das damit verbundene Forschungsstipendium der Baugeschichte dieser Kirche und das obwohl ich keine Expertin für Sakralbau war, sondern eher für Massenwohnungsbau der Nachkriegszeit. Aus den acht Wochen forschen sind ein paar Monate mehr geworden, weil mich diese Geschichte dieses Bauwerks, nicht mehr losgelassen hat.
Mein Buch soll ein Beitrag zu „proaktiver“ Denkmalpflege für einen noch jungen Sakralbau sein, der noch nicht als Denkmal anerkannt ist. Irgendwann werden die Zeitzeugen nicht mehr hier sein, um uns die Geschichte zu erzählen. Das Buch überliefert die Geschichte an die kommenden Generationen.
Von der ersten Zeile im Manuskript bis zum fertigen Buch sind 14 Monate vergangen. Das Endprodukt entstand in engem Dialog mit dem Verlag, meinem graphischen Berater Andreas Thuy und wurde mit viel Aufmerksamkeit von Rudolf Winterstein lektoriert. Die Druckkosten wurden zum Teil von der Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung mitfinanziert. Das Buch wurde erstmalig als Workshop im Zentralinstitut für Kunstgeschichte am 25. Oktober 2023 vorgestellt. Die offizielle Buchvorstellung fand am 27. November 2023 in München vor 100 geladenen Gästen statt.
Am 17. November 2023 führte Karin Berkemann von moderneRegional ein Gespräch mit mir zu meiner Forschung.
Am 22. November 2023 erschien ein Interview mit mir über das Buch in der Griechenlandzeitung.
Seit 2023 biete ich auf Anfrage Führungen in der Gr.-Orth. Allerheiligenkirche an.
"Frau Korinna Zinovia Weber hat einer Gruppe von Lehrkräften, die das Fach Katholische Religionslehre an der Realschule unterrichten, auf eindrucksvolle und zugleich sehr anschauliche Weise die Baugeschichte der griechisch-orthodoxen Allerheiligenkirche in München nähergebracht. Mit großer Fachkenntnis und spürbarer Begeisterung führte sie durch die architektonische und historische Entwicklung des Kirchenbaus und erschloss dabei auch die theologischen und liturgischen Hintergründe der orthodoxen Tradition. Ihre lebendige Darstellung machte die Besonderheiten dieses sakralen Raumes unmittelbar erfahrbar und eröffnete zugleich wertvolle ökumenische Perspektiven für den schulischen Religionsunterricht. Die Führung war für alle Teilnehmenden gleichermaßen informativ wie inspirierend."
"Unser besonderer Dank gilt Frau Dr. Korinna Weber für ihre hervorragende Arbeit, die ein wunderbares Geschenk an die Metropolie von Deutschland, an unsere Gemeinde in München und an die Geschichte der Stadt München ist."
"(...) Es wird weitere solcher Arbeiten bedürfen um DenkmalpflegerInnen, die noch in der Regel aus eher anderen Hintergründen kommen, für die ein gr.-orth. Raum wahrscheinlich erstmal eher mit fremden Momenten aufwartet eine Brücke zu schlagen auch das in ein Instrumentarium zu bekommen damit umzugehen, genauso wie wir dann solche Arbeiten für andere religiöse Gemeinschaften mit unterschiedlichen kulturellen und landesbezogenen Hintergründen brauchen werden. Insofern, kann ich sehr empfehlen bei Josef Fink Verlag erschienen, wie gewohnt sehr bibliophil ‚Die Gr.-Orth. Allerheiligenkirche in München‘ von Korinna Weber und in einem sehr schönen Vorwort von Andreas Putz." Karin Berkemann aus dem Podcast ModerneRegional
"(…) Inwiefern Beziehungen und gesellschaftliche Gegebenheiten (Gesetze und Mehrheitsmeinungen) ein architektonisches Gebäude beeinflussen ist wirklich ein Thema, welches mit extrem viel Liebe zum Detail hier behandelt wird (z. B. beim Glockenturm). Die griechische-orthodoxe Geschichte wird anhand ihrer Baukultur mit tiefen Einblicken erzählt (Bemalungen, aber auch die Situation mit den weißen Kykladen, die das Bild von Griechenland aus zentraleuropäischer, touristischer Sicht prägen). Die Qualität der Pläne, Layout und Fotos ist extrem hoch. Nicht nur das Material selbst sondern auch die Platzierung bei den passenden Themen. Fotos vom Bau helfen sehr ein Verständnis der Materialität zu bekommen und den Neubau in seiner Zeit zu lesen und das Gesamtthema von Architektur nicht als lineare Entwicklung, sondern als komplexes System von Raum-Zeit-Abhängigkeiten zu verstehen. Das Kapitel zur Denkmalpflege gibt dem Lesenden ein gutes Verständnis über wie die Denkmalpflege funktioniert und beleuchtet so nochmals einen weiteren Aspekt der Architekturpolitik. Der Epilog mit deiner persönliche Beziehung zu der Situation, die der wissenschaftlichen Arbeit nochmal einmal mehr eine persönliche Note verleiht, aber auch nochmals die Tiefe der Verflechtungen einen Schritt weiter treibt, indem die vierte Wand von absoluter Objektivität der Wissenschaft absichtlich gebrochen wird." Martin Roesch, MSc ETH Architektur
"(...) die großartigen Fotos der Außen- und Innenaufnahmen, die präzisen Zeichnungen über die Umbauphase und die Fotos über den liturgischen Vollzug der Umwandlung aus einem ehemaligen katholischen Gotteshaus in eine Griechisch-Orthodoxe Kirche im Beisein von Metropolit Augoustinos und Kardinal Friedrich Wetter machen diese Publikation zu einem einzigartigen Dokument einer Kirchenneu-Nutzung durch eine andere Konfessionskirche." Dr. Christian Hohmann, Pfarrer für Orthodoxie, Catholica und Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in NRW
"Griechisch-Bayerische Freundschaft aus architektonischer Sicht. Ein faszinierendes Kapitel moderner Münchner Architekturgeschichte" Armin Vetter, Vetter Marketing & Services
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