Die Eröffnung der Neuen Pinakothek in München 1981 löste in den Medien und unter Fachleuten zum Teil einen Sturm der Entrüstung aus. Die Vorwürfe bezüglich der Gestaltung des Bauwerks reichen von Unverständnis gegenüber einer vermeintlichen Ritterburg bis hin zu Vergleichen mit der Architektur des Nationalsozialismus.
Frank Seehausen führt uns zu Beginn mit seinem persönlichen Zugang durch die Bildwelt der Neuen Pinakothek aus dem privaten Nachlass der Familie von Branca. Angelika Schnell setzt sich in ihrem Text in einem größeren Maßstab mit dem Phänomen auseinander, warum die vorwiegend männlichen Architekten dieser Zeit, unter anderem auch Alexander von Branca, die Bezeichnung „postmodern“ von sich wiesen. Kirsten Angermann und Hans-Rudolf Meier gehen den Referenzen nach, die sie in dem Bauwerk verbaut sehen. Für diese Publikation hat Andreas Thuy sich mit der Baugeschichte und Korinna Zinovia Weber mit den Pressereaktionen auseinandergesetzt. Abschliessend wirft Andreas Putz einen Blick auf die Baustelle(n) ohne Denkmalschutz, denn auffälligerweise ist das Gebäude trotz seines Alters und Bedeutung noch nicht in die Denkmalliste Bayerns aufgenommen worden. Dieses Buch nähert sich aus verschiedenen Perspektiven einem der strittigsten Bauwerke Münchens und ebnet damit den Weg zu einer neuen Wertschätzung.
"(...)Der Fall Neue Pinakothek München. Vielstimmigkeit zu einem strittigen Bauwerk versammelt fünf wissenschaftliche Texte und Dutzende wunderbare Farbfotos aus den 1980er Jahren. Der eigentliche Clou sind jedoch die groß gesetzten Zitate aus den zuweilen vernichtenden Kritiken, die die Herausgeber*innen Korinna Zinovia Weber, Andreas Thuy und Andreas Putz konzise kontextualisieren und durch Querverweise in die Essays rückbinden. (...)"
"Gut bebilderter und bestens recherchierter Band über eines der wichtigen Museumsgebäude in München. Die Neue Pinakothek in München wurde 1973-81 nach den Plänen des Münchener Architekten Alexander von Branca (1919-2011) erbaut. Sie beherbergt Kunstwerke des 19. Jh. Wegen Brandschutz- und anderen Sicherheitsverordnungen muss sie generalsaniert werden und ist deshalb seit 2019, wohl bis zu zehn Jahre, geschlossen. Der Bau, der in der deutschen (Architektur-)Presse sehr umstritten war, kam beim Publikum an; nach kaum einem Jahr verzeichnete er bereits seinen 1-Millionsten Besucher. Die Autor/-innen stellen das Bauwerk in fünf Beiträgen erneut zur Diskussion, auch unter dem Blickwinkel, dass seine Denkmalwürdigkeit bereits festgestellt, diese aber erst nach erfolgter Renovierung in die Liste eingetragen werden soll. Zahlreiche, bisher nicht veröffentlichte Bilder und einige Planzeichnungen machen das Bauwerk auch während seiner Schließzeit für die interessierte Leserschaft lebendig."
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